Anfeindungen & Drohungen gegen AStA

Autor:  am 23.01.2013  |  9 Kommentare    


23.01.2013

Eine geplante Podiumsdiskussion mit dem Titel “Herrschaft durch Sprache – Geschlechtergerechte Sprache in Universität und Alltag” an der Uni Kassel, sorgt für Anfeindungen gegen den Studierendenausschuß.

Anfang Januar 2013 wurde eine Facebook-Veranstaltung erstellt, um diese Podiumsdiskussion zu bewerben. Dort entstand eine Diskussion, die aus  Sicht der ASta sehr schnell unsachlich wurde. Den Organisatoren wurde vorgeworfen, die Podiumsteilnehmer nicht kontrovers genug ausgesucht zu haben, da sich für das Podium auch eine antifeministische Perspektive gewünscht worden wäre. Außerdem kam es zu persönlichen Angriffen und Beleidigungen gegenüber den eingeladenen Podiumsteilnehmern.

Im Interview mit Radio HNA versucht Jonas Eickholl (28), Referat für Hochschulpolitik, Wind aus den Segeln zu nehmen.

Herr Eickholl was ist das Ziel der Podiumsdiskussion?

“Das Ziel der Veranstaltung ist es, in einen Austausch über verschiedene Formen von geschlechtergerechter Sprache zu kommen und gemeinsam Überlegungen anzustellen, wie Räume geschaffen werden können, in denen sich alle Menschen an den Diskussionen beteiligen mögen.

Es geht uns auch darum, Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren und zu entwickeln und somit nicht sonst häufig eine reine Problemanalyse ohne praktische Handlungsansätze zu schaffen. Es ging und geht uns nicht darum grundsätzlich über Sinn und Zweck eines respektvollen Umgangs miteinander in Debatten zu diskutieren, diesen setzen wir voraus.”

Es gab einen regelrechten shitstorm auf Eurer facebook-Seite, sogar Sexismus wurde Euch vorgeworfen. Ihr habt die Seite gesperrt. Warum der Wirbel?

“Wir haben mit der Veranstaltung offensichtlich bei einigen Menschen einen „Wunden Punkt“ getroffen. Mitauslöser der Empörung war wohl auch ein Antrag im Stupa, in dem dazu aufgefordert wurde, sich als Parlametarier*in mit diskriminierenden und patriarchalen Strukturen in der verfassten Studierendenschaft auseinanderzusetzen. Ehrlich gesagt ist es uns bis heute nicht ganz nachvollziehbar, warum die Wellen der Empörung so hoch geschlagen sind. Schließlich handelt es sich bei der Veranstaltung um ein Thema, welches mittlerweile in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen Einzug gehalten hat und im Sinne des Gender-Mainstreaming auf politischer, wissenschaftlich und ökonomischer Ebene fest verankert ist.”

Ihr sagt, ihr wart erschüttert über die Reaktionen und die Art und Weise wie diese geäußert wurden. Habt Ihr Drohungen bekommen?

“Die krasseste Drohung war wohl die in der Facebook-Diskussion, dass das ganze „noch ein Nachspiel in der Veranstaltung haben würde“. Wie dieses Nachspiel aussehen würde, wurde dabei nicht ausgeführt. Zudem hat eine Person eine E-Mail über den Verteiler einer Fachschaft geschickt in der uns unterstellt wurde dass wir diese Person in einem Gremium der verfassten Studierendenschaft unter druck setzen wollten.

Von Hörensagen habe ich erfahren, dass man mich dort persönlich unter Druck setzen möchte. Ich bitte euch daher um Rückendeckung – ganz direkt – heute Abend zu der Sitzung des Ältestenrats in der AStA-Küche zu kommen und zu zeigen, dass Diffamierung, Angstmacherei  und politische Erpressung an unserer Uni nichts zu suchen haben.

Dieser Vorwurf ist für uns völlig unverständlich, insbesondere weil wir uns aus jeglichen Diskussionen beispielsweise bei Facebook raus gehalten haben. Im weiteren werden wir noch weitere Vorwürfe darstellen.”

Wie weit gingen die Äußerungen?

“In der Diskussion auf Facebook wurde uns unbegründeter Weise vorgeworfen, wir würden männlich sozialisierte Menschen unter Generalverdacht stellen, sie seien sexistisch, homophob und würden zu sexualisierten Übergriffen neigen. Verkannt wird hierbei, dass wir von sozialer Ungleicheit, die sich eben auch im Geschlechterverhältnis bemerkbar macht, auf der Metaebene sprechen. Es ist nicht möglich, Feststellungen auf der Metaebene eins zu eins auf die Mikroebene zu übersetzen und dadurch auf Individuen zu übertragen. Es ist nicht unser Unvermögen, wenn sich Individuen durch sozialstrukturelle Tatsachen angegriffen fühlen, da sie diese auf ihre eigene Person beziehen.

Es gab eine Vielzahl von Vorwürfen, die in verschiedenen Kontexten formuliert waren. Diese reichten von der Unterstellung, die Veranstaltung sei nur ins Leben gerufen worden, um sich gegenseitig in den vermeidlich verqueren Positionen zu bestärken, über Zensur (nach Schließung der Kommentarfunktion bei der Facebook-Veranstaltung) bis hin zu undemokratischen Verhältnissen auf Seiten der Organisator*innen.

Außerdem wurde uns vorgeworfen, dass wir Gelder der verfassten Studierendenschaft verschwenden würden, da das Thema der Veranstaltung keinen Bezug zur Hochschulpolitik hätte. Wir sehen dies jedoch ganz anders. Zum einen ist es u.a. die Aufgabe des AStA’s zur politischen Bildung der Studierenden beizutragen (vgl. Hessisches Hochschulgesetz). Dieses Thema fällt unserer Ansicht nach unter einen gesellschaftlich und politisch bedeutenden Bereich. Des weiteren lässt sich das ungleiche Geschlechterverhältnis durchaus auch in der Hochschule wiederfinden. Zum einen auf studentischer Ebene, beispielsweise im Stupavorsitz und im Ältestenrat, der ausschließlich mit männlich sozialisierten Menschen besetzt ist. Aber auch auf der Ebene der Professor*innen lässt sich die strukturelle Benachteiligung weiblich sozialisierter  Menschen ablesen. Es gibt zwar mehr weiblich sozialisierte Menschen, die eine Doktorarbeit schreiben, schaut man jedoch auf der Karriereleiter eine Ebene weiter nach oben, auf die der Professor*innenschaft, wird deutlich, dass dort erheblich mehr männlich sozialisierte Menschen vertreten sind.

Bemerkenswert bei den kritischen Äußerungen ist ebenfalls, dass die federführenden Stimmen vorwiegend von männlich sozialisierten Menschen stammen. Dies spiegelt ebenfalls gesellschaftlich herrschende Verhältnissen in öffentlichen Sphären wieder. Aus einer emanzipativen Grundhaltung heraus kann es durchaus als problematisch gedeutet werden, dass sich zu einem Thema, bei den besonders weiblich sozialisierte Menschen negativ betroffen sind, hauptsächlich männliche Stimmen äußern. Die betroffene Gruppe wird hier nicht sichtbar oder hörbar und kann die Formen und Auswirkungen der von ihnen erfahrenen Ungleichbehandlung nicht oder schwieriger kommunizieren, da sie sich zuerst gegen ihre Kritiker*innen durchsetzen müsste. Wir würden uns über eine gewisse Sensibilität im Umgang mit diskriminierten und strukturell benachteiligten Gruppen wünschen.

Weiteres ist dazu auch in unserer Stellungnahme zu lesen.”

Erwartet Ihr Proteste bei der Podiumsdiskussion?

“Wir bereiten uns darauf vor, dass es zu Protesten seitens der Antifeminist*innen kommen wird. Es wird jedoch dafür gesorgt werden, dass die Veranstaltung in einem Raum stattfindet, in dem es allen Menschen möglich ist, sich zu äußern. Solange dies in einem respektvollen Rahmen stattfindet, werden auch kritische Stimmen die Option haben, ihre Positionen darzustellen. Sollten jedoch Äußerungen und Verhalten an den Tag gelegt werden, die sich außerhalb eines respektvollen Rahmens bewegen, werden wir von unserem Hausrecht gebrauch machen. Dies hat in keiner Weise etwas mit Zensur oder undemokratischen Positionen zu tun, sondern ist im Fall der Fälle eine notwendige Reaktion, um einerseits Diskriminierungen und emotionale Verletzungen der Anwesenden zu verhindern und um andererseits ein klares Statement gegen antifeministische und relativierende Aussagen und Meinungen zu setzen. Dies wird, genauso wie rassistische, homo- und transphobe und/oder andere diskriminierende Aussagen, nicht akzeptiert.”

Ihr seid der Betriebsrat der Uni, wie stellt Ihr das Vertrauen wieder her?

“Nein, wir sind nicht der Betriebsrat der Uni. Wir sind die gewählte Vertretung der Studierendenschaft.

Wir gehen nicht davon aus, dass das Vertrauen in irgend einer Weise geschmälert wurde. Den Menschen, deren Vertrauen wir durch die Planung und baldige Durchführung der Veranstaltung verloren haben, bieten wir an, sich selbst einzubringen und/oder beispielsweise in den Sprechzeiten mit uns in den Dialog zu treten und ihre Kritikpunkte und Unsicherheiten an uns heranzutragen.”

Was sagt Ihr den Kritikern?

“Es fällt nicht unter Meinungsfreiheit, Menschen persönlich anzugreifen und öffentlich zu diffamieren! Setzt euch mit der Thematik auseinander, stellt Fragen wir antworten gerne.

Außerdem muss unterschieden werden zwischen Kritik und unreflektierten und unwissenschaftlichen Haltungen, die sich jeder ernstzunehmenden und respektvollen Grundlage entziehen. Wer sich auch nur im geringen Maße mit den Machtverhältnissen in der deutschen Gesellschaft auseinandergesetzt hat, kann eine Hierarchie zwischen den Geschlechtern nicht leugnen. Aktuelle empirische Forschungen zeigen nach wie vor auf, dass weiblich sozialisierte Menschen immer noch benachteiligt sind. Diese Benachteiligung schlägt sich eben auch auf der sprachlichen Ebene nieder. Um eine tatsächliche Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zu erreichen, muss also auch auf der Ebene der männlich dominierten Sprache eine Auseinandersetzung stattfinden. Es ist nicht möglich sich für eine Gleichberechtigung einzusetzen und dabei willkürlich Bereiche zu benennen, in denen diese dann umgesetzt wird und andere Ebenen einfach auszublenden. Zu behaupten, sich mit der sprachlichen Ebene zu beschäftigen sei albern, bedeutet eine Ausblendung gesellschaftliche relevanter Sphären nach eigener Willkür. Sprache und Kommunikation ist ein wichtiges soziales Handwerk, welchem sich Menschen bedienen können. Über Sprache und Kommunikation werden Botschaften gesendet und empfangen. Es ist nicht nachvollziehbar wie Menschen sich dagegen wehren können, ihre eigene Sprache herrschaftsfrei zu gestalten.

Was wir also unseren Kritiker*innen sagen ist folgendes: setzt euch mit aktuellen und wissenschaftlich fundierten Ergebnissen von Studien auseinander, die immer wieder auf’s neue Belegen, dass weiblich sozialisierte Menschen erheblich mehr unter Diskriminierung zu leiden haben, als männlich sozialisierte. Auf einer aufgeklärten und sachlichen Ebene lassen sich dann durchaus Aspekte und Konsequenzen dieser Feststellungen diskutieren. Bei Bedarf fangen wir auch gerne bei den Basics an und klären Menschen darüber auf, dass es so etwas wie soziale Ungerechtigkeit tatsächlich gibt.”

Hat der Zwist Auswirkungen auf die Stupa-Wahl?

“Nein, wie gehen nicht davon aus.”

 

 

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9 Kommentare for Anfeindungen & Drohungen gegen AStA

eine bekennende Feministin

Ich finde es unglaublich wie hier die Tatsachen verdreht werden. In den kritischen Beiträgen zu der Veranstaltung ging es nie darum eine antifeministische Position auf dem Podium zu wollen, sondern darum eine wissenschaftliche Position, da bisher auf dem Podium nur Studierende und PolitikerInnen sitzen. Zumal die Veranstaltung in einem universitären Umfeld stattfindet.
In den Kommentaren der Organisatoren wurde außerdem deutlich, dass es sich nicht um eine offene Veranstaltung in dem Sinne handelt, dass diskutiert werden sollte, vielmehr waren andere Meinung “durchaus erlaubt”, was ich als ‘aber nicht erwünscht’ interpretiere. Da man die Diskussion, die ich überhaupt nicht als unsachlich empfunden habe, nicht mehr nachvollziehen kann, ist es jetzt natürlich leicht den Kritikern antifeministische Positionen zu unterstellen. Was auch nicht mehr zu rekonstruieren ist: Es wurde aus den Antworten der Organisatoren der Veranstaltung deutlich, dass es nicht um eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema geht, sondern um eine Art verkorkste politische Bildung.

Ein wunder Punkt wurde tatsächlich dabei angesprochen, als der AStA nun in seiner Stellungnahme einen “linksradikalen Feminismus” mit dieser Veranstaltung ausruft, mit dem ich mich als bekennende Feministin so überhaupt nicht identifizieren kann. Ich habe es geahnt, jetzt steht es auch in der Stellungnahme. Und genau das ist die Hauptkritik, die auch zu der Veranstaltungsankündigung benannt wurde: Ihr vertretet einen radikalen Feminismus, der es anderen nicht erlaubt an der Diskussion teilzuhaben, wenn sie nicht die gleiche radikale Position beziehen. Eure Weltsicht ist exklusiv und nach eurer Vorstellung die einzig richtige. Und das ihr mit eurer Wortwahl und der Art und Weise wie die Diskussionen abgelaufen sind, selbst eine “Herrschaftssprache” benutzt, habt ihr offensichtlich selbst noch gar nicht gemerkt. Ich unterstelle euch hier mal Unreflektiertheit, wenn ihr diese Sprache gewollt benutzt, wäre dies in meinen Augen noch schlimmer.

Außerdem ist nicht jeder, der zu eurer Veranstaltung kommt und kritische Fragen stellt, gleich ein Antifeminist oder eine Antifeministin, manche sind nur einfach gemäßigt und nicht radikal in ihrer Sicht. Und ganz ehrlich: auch wenn ich ebenfalls für eine herrschaftsfreie Sprache bin, das ist doch nicht das Ende der Fahnenstange der Geschlechterpolitik. Was gerade in Indien passiert und auch die Brüderle-Geschichte zeigt doch deutlich, dass da noch mehr passieren muss. Ein sensibler Umgang mit der Sprache kann daher als Symbol dienen – Politik ist das nicht. Zudem habe ich große Probleme damit, dass ihr euch als “radikal” bezeichnet, weil für mich auch immer “gewaltbereit” in diesem Wort steckt. Möglich, dass dies nicht eure Absicht ist, die Assoziation bleibt. Und das wird ein Grund sein, warum einige Personen der Veranstaltung fern bleiben. Ich habe auch keine Lust dort allein aufzutauchen und womöglich aufgrund meiner eben nicht radikalen Position in eine Situation zu geraten, in der ich allein einer Gruppe ‘Radikaler’ gegenüberstehe. Also lasse ich es – ein Austausch kommt so nur über das Web zustande.

Eines muss ich noch zum Schluss loswerden: Als eine Person, die sich seit Jahren an dem Thema Geschlechterungerechtigkeiten abarbeitet, persönlich wie wissenschaftlich: Mit eurem Verständnis wie Feminismus zu sein hat und wie damit versucht wird Öffentlichkeit zu bekommen, droht die Arbeit anderer FeministInnen kaputt gemacht zu werden. Das Thema ist ein sensibles und zugleich eines der wichtigsten Themen unserer Gesellschaft. Und dies mit einem solchen anklagenden Vorgehen und einem Verständnis von Feminismus und Geschlechterpolitik aus den 70er Jahren, verbaut ihr euch nicht nur Kooperationsmöglichkeiten mit FeministInnen, die nicht radikal sind, sondern stellt Feminismus auch in einer Art und Weise dar, die den wirklichen AntifeministInnen auch noch Stoff bietet, die ganze Bewegung zu diffamieren.

Blacky

“Respektvoller Rahmen”?
Also Klappe halten, lächeln und winken?

Der Asta hat wohl hinreichend deutlich gemacht, das alles andere als eine kritiklose Übernahme seiner Meinung bereits als respektlos angesehen wird.

Peter Carqueville

Tzes das wird mit jedem mal “besser”. Zitat Eickhol: “Mitauslöser der Empörung war wohl auch ein Antrag im Stupa, in dem dazu aufgefordert wurde, sich als Parlametarier*in mit diskriminierenden und patriarchalen Strukturen in der verfassten Studierendenschaft auseinanderzusetzen.” –

Hier unterscheidet sich das niedergeschriebene vom gesprochenen, wobei beides die Wahrheit verschweigt: Der AStA will eine alljährliche Veranstaltung in diesem Stil verpflichtend machen für alle Studierenden. Fakt. ZITAT Eickhol: “Schließlich handelt es sich bei der Veranstaltung um ein Thema, welches mittlerweile in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen Einzug gehalten hat und im Sinne des Gender-Mainstreaming auf politischer, wissenschaftlich und ökonomischer Ebene fest verankert ist.” – Was auch niemand bezweifelt hat. Absolut niemand. Sehr wohl aber wurde von genau zwei Leuten – also ZWEI und kein Shitstorm – die Zusammensetzung des Podiums kritisiert. Und zwar zurecht. Da sitzen nnämlich keine Experten zum Thema, sondern politische Aktivisten. Man wird im ganzen land keine extremeres Podium zu dem Thema mehr finden, und es erübrigt sich die Frage danach, warum das noch Podium genannt wird. Es ist nämlich keines, es ist ein Seminar für politische Bildung.

ZITAT Eickhol: ““Die krasseste Drohung war wohl die in der Facebook-Diskussion, dass das ganze „noch ein Nachspiel in der Veranstaltung haben würde“.” – Ja, daran erinner ich mich. Das war einer von dutzenden wütenden Kommentaren, nachdem ihr der AStA die ursprünglich völlig sachliche Debatte einfach gelöscht hatte. Die nachfolgenden Kommentare hat man dann fleissig stundenlang gelöscht, immer und immer wieder, und entsprechend krasser wurden daher auch die Reaktionen der Studierenden.

ZITAT Eickhol:”Des weiteren lässt sich das ungleiche Geschlechterverhältnis durchaus auch in der Hochschule wiederfinden. Zum einen auf studentischer Ebene, beispielsweise im Stupavorsitz und im Ältestenrat, der ausschließlich mit männlich sozialisierten Menschen besetzt ist. ” – Ja, das war von Anfang an einer der offiziellen Hauptgründe für die Ganze Aktion, der immer und immer wieder wiederholt wurde: Der Ältestenrat bestünde aus Männern, und das sei schlecht. Nur wenige Leute wissen, dass der Ältestenrat Wochen vorher einen für diesen AStA offenbar persönlich wichtigen Antrag kassiert hatte. Die Dummheit dieses Sexismusvorwurfs wird noch dadurch verstärkt, dass in den letzten 10 Jahre der Ältestenrat mitnichten von einem Geschlecht dominiert wurde. Völliger Blödsinn.

ZITAT Eickhol: “Bemerkenswert bei den kritischen Äußerungen ist ebenfalls, dass die federführenden Stimmen vorwiegend von männlich sozialisierten Menschen stammen.” – Ja, faszinierend das das für jemanden, der sich gegen sexuelle Diskriminierung wendet, überhaupt eine Rolle spielt.

ZITAT Eickhol: “Außerdem muss unterschieden werden zwischen Kritik und unreflektierten und unwissenschaftlichen Haltungen, die sich jeder ernstzunehmenden und respektvollen Grundlage entziehen.” – und das ist dem ganzen Interview der größte Gag. Von dem völligen Fehlen von Beweisen mal abgesehen – diese Facebook-Debatte wurde von tausenden Studierenden unfreiwillig verfolgt – jeder kriegt ja eine Mail jedes mal, wenn was geschrieben wird in einem Facebook-Event. Nervig eigentlich, aber hierfür wichtig zu wissen. Diese Masse an Studis hat nämlich auch gesehen, was der Kern der Kritik war: Das nämlich ausgerechnet an der Uni Kassel, wo die IAG Frauen- und Geschlechterforschung gegründet wurde, ein “Podium” komplett mit politischen Aktivisten besetzt wird. So als ob es dafür keine kompetenten Wissenschaftler an der Uni gegeben hätte. Das war der Kern, und dafür wird man als Sexist bezeichnet:

ZITAT sinnbildlich aus dem Audio-File/Interview: Der AStA wäre als sexistisch tituliert worden. Nein, genau anders herum. Nachdem der AStA die unbequeme Debatte gelöscht hatte, da postete er noch was hinterher. Und dort begründete er die Löschung damit, dass darin Sexismus und Homophobie stattgefunden hätten, und das man nun Angst vor Übergriffen hätte. Und das auch nur, nachdem die Hauptkritik (richtig, das war meine) mit großen Abstand mehr Zuspruch erhalten hatte als die Veranstaltung selbst. Diese Kritik ist nach wie vor einsehbar, weil ein paar Leute diese gespeichert haben.

Der AStA verteilt Vorwürfe noch und nöcher, aber was steht dahinter? Dafür schaue man sich die letzte Zeile der hier verlinkten Stellungnahme des AStA auf dessen eigener Seite an. Und was steht da am Ende? “Für einen linksradikalen Feminismus”.

Dieser AStA gehört mit Pauken und Trompeten für seine Verleumnungen aus dem Amt gejagt, und für seinen politischen Extremismus gleich zweimal.

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