Blubb – Heute ist Tag der Fische

Autor:  am 23.08.2012  |  Keine Kommentare    


23.08.2012

Der bekannteste Fisch ist wohl das Fischstäbchen, in anderen Ländern auch Vierkantforelle, Frostwal oder Panierflossler genannt. Der 23. August ist deshalb zum Tag der Fische ausgerufen worden, weil sogar der am weitest verbreitete Fisch vom Aussterben bedroht ist.

Bild # 1.

Der bekannteste Fisch: Das Fischstäbchen

Die Überfischung der Fischstäbchen ist eines der größten Umweltprobleme. Die Fischstäbchen-Lobby (Bofrost, Nordsee, heimische Kühltruhe) versucht seit Jahren Wind aus den Segeln zu nehmen und das Fischstäbchensterben runterzuspielen.

Um das gemeine Volk zu besänftigen will man jetzt gezüchtete Fischstäbchen, im Wiederauswilderprojekt für Fischstäbchen in die Natur entlassen, um die Bestände zu stabilisieren. Geleitet wird das Projekt übrigens von Käp’t Iglo, welcher als der Guru der Fischzüchter gilt.

Das Problem an Käpt’n Iglos Aquakultur macht ein Bericht von Greenpeace deutlich. Der Versuch, Meeresfische oder Shrimp in Gefangenschaft zu

Bild # 2.

Der Fisch-Guru: Käp’n Iglo

züchten und zu mästen ist in den seltensten Fällen einen Alternative. Die Massenhaltung von Marinen Lebewesen ist mit den gleichen ökologischen Problemen behaftet wie jede andere Massentierhaltung. Durch die hohe Dichte sind die Tiere krankheits- und parasitenanfällig, viele Chemikalien und Medikamente (Antibiotika, Pestizide, Fungizide) müssen eingesetzt werden, die sich im Wasser weit verbreiten. Über das Futter tragen die Fischfarmen auch zur Überfischung der Meere bei. Zum Füttern von Zuchtfisch und Shrimp wird vorwiegend Fischmehl verwendet, ein Produkt der industriellen Fischerei, für das viele Millionen Tonnen Fische jeder Art und Größe aus dem Meer geplündert werden.

Anfang 98 warnte der Fischereiexperte Dr. Pauly von der Universität in British Columbia (Kanada) in einer umfangreichen Studie: Sollte die Ausbeutung weiter so fortschreiten, so würden wir die Meere in 25 Jahren nicht wieder erkennen: Eine trübe Suppe, dominiert von Algen und Quallen.

Laut konservativer Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO gelten etwa 70% aller Fischbestände als übernutzt, bereits geplündert oder in lediglich langsamer Erholung begriffen. Der Bestand von 13 der 15 für die menschliche Ernährung wichtigsten Fische ist rückläufig.

Verschärft wird das Problem durch die zusätzlich bis zu 39 Millionen Tonnen Beifang jedes Jahr. Unter Beifang versteht man unerwünschte oder zu kleine Fische, sowie Schildkröten, Seevögel, Robben, Wale und Delphine, die in den Netzen verenden und ungenutzt wieder über Bord geworfen werden. Der größte Teil des Beifanges kommt aus der industriellen Fischerei, weil traditionelle Fischerboote im Gegensatz zu diesen Monsterschiffen mit ungewollter Beute viel besser umgehen d.h. diese auch nutzen können. Oft ist das Verhältnis zwischen erwünschtem Fisch und Beifang geradezu absurd: Für 1 Tonne Seezunge werden etwa 11 Tonnen Beifang getötet. Für 1 Tonne Shrimp sogar bis zu 15 Tonnen.

Bild # 3.

Bald nur noch im Zoo:
Der Fisch

Von den weltweit etwa 3,5 Millionen Fischerbooten fängt 1% Prozent an industriellen Fangschiffen (ca. 30.000) gut zwei Drittel aller Fische.

Nach Schätzungen der FAO sterben jährlich 100 Millionen Haie durch die Fischindustrie. 700.000 Haie werden allein durch Langleinenfischer im Pazifik getötet, 80.000 Blauhaie durch die französische Treibnetzflotte im Nordostatlantik. Elf Hai-Arten stehen bereits auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten; an die 70 Arten gelten als gefährdet.

Die globale Fischerei wird nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) in knapp 40 Jahren als Wirtschaftszweig aufhören zu existieren, weil die schwindenden Fischbestände bis dahin völlig erschöpft sein werden.

Dies teilte IUCN-Chef Ashok Khosla am Donnerstag in Moskau mit.

 

Dann gibt’s Fischstäbchen bald nur noch im Zoo!

(Quellen: Greenpeace, IUCN, FAO)

Du hast etwas zu sagen?






 

*