04.08.2012
Mit einem LKW und einem Kleinbus kamen die 13 Nazis nach Kassel. In Bettenhausen musste man ihnen dann wohl doch erlauben, ihre Kundgebung abzuhalten. Aber noch bevor die NPD mit deutscher Unpünktlichkeit ankam, waren etwa 2000 NPD-Gegner vor Ort, natürlich auch eine Menge Polizei und einiges an Presse. Wenn man sich die Leute um den Leipziger Platz so angeschaut hat, dann waren sie aus allen Bevölkerungsschichten. Alte, junge, reiche, arme, Kinder und Erwachsene, Studenten Arbeiter und Rentner. Einige hatten sich wirklich viel Mühe gemacht und Plakate selbst gebaut und gebastelt.
Bild # 1. 
Selbstgebaut: diese beiden Mädels zeigen Biss
Dann kamen sie: 13 alberne Nazis, 2 erblonde Mädels, eins viel zu dick, das andere sehr, sehr blond. Übrigens wurde das Wasserstoffperoxyd von Louis Jacques Thénard entdeckt, einem französischen Chemiker.
Dann noch paar Jungs ohne Haare, ein Kerl mit “Wismar”-Shirt, Regenschirme hatten sie dabei und ein, zwei Rentner in Lodenjacke.
Bild # 2. 
Hungertruppe: 13 Nazis brauchen nicht viel Platz
Sie kamen übrigens im Renault-LKW, kein typisch deutsches Fahrzeug.
Unter den lautstarken Pfiffen und Buhrufen der Einwohner bauten sie mühevoll und nicht sehr geübt oder akkurat ihre Technik auf. Auf den LKW hievten sie 3 Reihen Druckkammerlautsprecher (Herstellungsland:China), fistelten mühevoll ein Mikrofonkabel (Foster electric Japan) aus dem Laster, steckten dann ein Mikrofon (AKG Österreich) dran und begannen mit ihrer Beschallung.
Die Zuschauer aber auch, ich kann sehr lange und laut auf 2 Fingern pfeifen! War schön, denn so hörte niemand auch nur ein Wort von dem, was die Nazis mitteilen wollten. Hier ist der Beweis.
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Es flogen auch ein paar Tomaten, so etwa 5, dazu ein Ei. Aber das wussten die NPD-Funktionierer wohl schon vorher, denn jeder der beiden Redner hatte einen Burschi mit Schirm (Made in China) neben sich stehen.
Das dicke blonde Weibchen rauchte unaufhörlich Zigaretten (amerikanische), die sie aus ihrer (türkischen) Lederhandtasche fistelte. Ein paar der Nazi-Jungs filmten die Gegendemo kräftig mit ihrem iPhone (Amerika und China) und sogar der Fahrer des LKW wurde eingespannt um die Menschen, die keine Nazis sehen wollten, zu filmen (SONY Powershot, Japan).
Kassel war laut und zahlreich gegen diese Holzköpfe angetreten, noch ein Grund mehr, diese Stadt zu lieben.
Nach etwa einer Stunde war der Zauber vorbei, die Braunjacken packten ihren Krempel wieder in den Laster und dampften ab. Die NPD-Deutschlandfahrt 2012 (stand auf dem LKW) führt sie wohl dann in die nächste wehrlose Stadt, die eine NPD-Demo erlauben muss.
Heute Abend sitzen die 13 Hilfs-Adölfe dann sicher an irgendeiner Autobahnraststätte und essen Wiener Schnitzel. Oder Döner.
Respekt an den Schreiberling. Sehr gut geschrieben. Hab mich köstlich amüsiert =)